Collombon beendet neun Jahre mit Coach Alday
Für Alix Collombon beginnt ein neues Kapitel. Die Französin hat offiziell das Ende ihrer neunjährigen Zusammenarbeit mit Juan Alday bekannt gegeben – dem Mann, der sie seit ihrem Umzug nach Barcelona begleitet und zu einem festen Gesicht im internationalen Padel gemacht hat. Die Entscheidung markiert einen Wendepunkt in der Karriere einer der profiliertesten Spielerinnen Frankreichs und löst in der Padel-Szene großes Interesse aus.
Neun Jahre Barcelona, neun Jahre Alday
Als Collombon vor neun Jahren nach Barcelona zog, war Juan Alday weit mehr als ein Coach auf dem Papier. Der Spanier begleitete die Lyonnaise durch nahezu ihre gesamte internationale Laufbahn, half ihr beim Aufbau ihres Spiels von Grund auf und trieb sie Saison für Saison in Richtung der Weltspitze. In dieser Phase etablierte sich Collombon als unbestrittene Nummer eins der Französinnen und erreichte ihr bisher bestes Niveau auf den Circuits von Premier Padel und FIP.
Die Zusammenarbeit reichte weit über den rein sportlichen Rahmen hinaus. Collombon beschreibt neun Jahre voller Arbeit, Druck, Vertrauen und Lernen – aber auch zahlreicher gemeinsamer Momente abseits des Courts. Auf ihren Social-Media-Kanälen bedankte sie sich bei Alday mit deutlichen Worten: «Es gibt Menschen, die in dein Leben treten und es für immer verändern. Du gehörst zu diesen Menschen.» Damit unterstrich sie, wie tief die Bindung zwischen Spielerin und Trainer über die Jahre gewachsen ist.
Besonders betonte Collombon, dass Alday von Anfang an an sie geglaubt habe, als sie in Spanien noch weit von den Erfolgen entfernt war. Er habe ihr beigebracht, den Weg zu genießen – jenseits reiner Ergebnisse und Ranglistenplätze. Diese Haltung prägte nicht nur ihre sportliche Entwicklung, sondern auch ihre Persönlichkeit als Profi auf der Tour.
Der Coach hinter Collombons Entwicklung
Juan Alday zählt zu den anerkanntesten Trainern im Welt-Padel. In seiner langen Karriere arbeitete er mit ehemaligen Nummer-eins-Spielern wie Fernando Belasteguín, Alejandra Salazar und Marta Marrero zusammen – ein Referenzrahmen, der seine methodische und menschliche Qualität unterstreicht. Mit Collombon verband ihn jedoch eine besondere Partnerschaft: Sie war nicht nur eine weitere Athletin in seinem Portfolio, sondern ein langfristiges Projekt, das über fast ein Jahrzehnt hinweg Bestand hatte.
Unter Aldays Anleitung entwickelte Collombon ein vielseitiges Spiel, das sowohl offensive als auch defensive Elemente vereint. Ihre Fähigkeit, unter Druck ruhig zu bleiben und in entscheidenden Momenten klare taktische Entscheidungen zu treffen, gilt als Ergebnis jahrelanger gemeinsamer Arbeit. Auf dem Court wurde sie zur Führungsspielerin der französischen Damen und prägte das Bild des Landes im internationalen Padel maßgeblich mit.
Aldays Einfluss zeigte sich auch abseits der großen Turniere. Trainingseinheiten, Vorbereitung auf unterschiedliche Beläge, mentale Stabilisierung vor Finals – all das gehörte zum Alltag des Duos in Barcelona. Die Stadt selbst wurde zum Zentrum von Collombons Profikarriere und damit zum Schauplatz einer der längsten Spieler-Trainer-Beziehungen der aktuellen Damen-Tour.
Was die Trennung bedeutet
Der Zeitpunkt der Trennung fällt in eine Phase, in der Collombon weiterhin zu den etablierten Kräften im Damen-Padel gehört. Ein Wechsel des persönlichen Coaches kann taktische Anpassungen, veränderte Trainingsstrukturen und neue Impulse für die kommenden Saisons bedeuten. Für eine Spielerin, die so lange mit demselben Mentor gearbeitet hat, stellt dies eine der größten organisatorischen Veränderungen ihrer Karriere dar.
Noch ist unklar, wer Collombons neuer Coach werden wird und ob sie weiterhin in Barcelona trainieren wird. Was feststeht: Die Entscheidung wurde offenbar einvernehmlich getroffen und von beiden Seiten respektvoll kommuniziert. Collombon betonte ausdrücklich ihre Dankbarkeit – ein Zeichen dafür, dass die Trennung nicht aus Konflikt, sondern aus strategischen oder persönlichen Überlegungen resultiert.
Professionelle Trennung, persönliche Verbindung bleibt
Trotz des Endes der täglichen Zusammenarbeit ist die gemeinsame Geschichte nicht abgeschlossen. Juan Alday bleibt Trainer der französischen Nationalmannschaft und wird Collombon bei internationalen Länderspiel-Terminen weiterhin betreuen. «Du wirst mich nicht so leicht los, denn jetzt bist du mein Bundestrainer», schrieb Collombon augenzwinkernd in ihrem Abschiedsstatement – und machte damit deutlich, dass die persönliche Beziehung intakt bleibt.
Diese Konstellation ist im Profisport nicht ungewöhnlich, aber selten so offen kommuniziert. Während Collombon künftig einen anderen Coach für ihren individuellen Alltag auf der Tour haben wird, bleibt Alday an den entscheidenden Stellen präsent, wenn es um die Vertretung Frankreichs geht. Für Collombon bedeutet das Kontinuität in einem Bereich, der über den Club- und Tour-Alltag hinausgeht.
Für die französische Padel-Szene markiert die Nachricht einen Moment der Aufmerksamkeit. Collombon ist nicht nur die führende Spielerin des Landes, sondern auch eine der bekanntesten Gesichter des Sports in Frankreich. Jede Veränderung in ihrem Umfeld wird deshalb genau beobachtet – von Fans, Medien und Konkurrentinnen gleichermaßen.
Ob die Trennung von Alday Collombon langfristig neue Freiräume verschafft oder zunächst Unsicherheit bringt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Eines ist gewiss: Neun Jahre gemeinsamer Arbeit haben Spuren hinterlassen, die auch ohne tägliches Training nicht verschwinden werden. Collombon geht mit Dankbarkeit und einem Augenzwinkern in die nächste Phase – und Alday bleibt, wenn auch in anderer Rolle, Teil ihres Weges.