Collombon/Sharifova im Finale FIP Silver Höganäs
Alix Collombon und Ksenia Sharifova setzen ihre starke Serie beim FIP Silver Höganäs fort und stehen nach einem packenden Halbfinale vor dem Titelkampf. Die als Setzliste 2 gestartete Französin und ihre russische Partnerin drehten ein schwieriges Match gegen die an Nummer 3 gesetzten Teresa Navarro Lopez-Barajas und Virginia Riera und gewannen mit 6:7, 6:3, 6:3. Damit erreichen sie zum zweiten Mal in Folge ein FIP-Silver-Finale und gehen mit spürbarer Selbstvertrauen in den entscheidenden Tag in Schweden.
Das Halbfinale begann für Collombon und Sharifova alles andere als leicht. Gegen die Erfahrung von Virginia Riera und die konstante Spielweise von Teresa Navarro kassierten sie im ersten Satz einen hart umkämpften Tiebreak und lagen früh im Rückstand. Doch statt in Unsicherheit zu verfallen, steigerten sie Ballwechsel für Ballwechsel ihr Tempo, variierten Länge und Winkel und fanden zunehmend Lösungen an der Bande. Im zweiten und dritten Durchgang dominierten sie die Mittellinie, setzten Druck mit frühen Angriffen und holten beide Sätze jeweils mit 6:3 – ein klares Signal an den Rest des Feldes.
Comeback unter Druck
Die Partie zeigte, warum das Duo in den letzten Wochen zu den meistbeachteten Paarungen im internationalen Damenfeld gehört. Nach dem verlorenen Eröffnungssatz blieben Collombon und Sharifova mental stabil, reduzierten unerzwungene Fehler und nutzten ihre komplementären Stärken: Collombons Erfahrung in entscheidenden Momenten und Sharifovas aggressive Grundlinienspiele. Gegen Navarro und Riera, die als etablierte Konstellation gelten, war das mehr als ein knapper Sieg – es war eine Referenzleistung auf hohem Turnierniveau.
Schon im Viertelfinale hatten die beiden ihre Form unterstrichen. Gegen Julia Isabella Wiese und Martina Minetti lieferten sie eine Demonstration und siegten souverän mit 6:1, 6:1. Diese Klarheit im frühen Turnierverlauf passt zum Bild einer Partnerschaft, die seit ihrem Zusammenspiel immer besser harmoniert. Automatismen an Netz und in der Verteidigung werden sichtbar, die Kommunikation wirkt ruhiger, und die Ergebniskurve zeigt nach oben.
Zweites Finale in Folge
Erst eine Woche zuvor standen Collombon und Sharifova bereits im Endspiel – beim FIP Silver Oeiras. Dort entging ihnen der Titel knapp, doch die erneute Finalteilnahme in Höganäs unterstreicht die Kontinuität ihrer Arbeit. Trainer und Fans sehen in dieser Serie nicht nur kurzfristige Form, sondern eine Paarung, die sich strukturell verbessert. Wer zwei Silber-Finals hintereinander erreicht, gehört unweigerlich zum engen Kreis der Favoritinnen auf der World Padel Tour.
Das Finale in Höganäs
Im Titelmatch warten mit Noemi Aguilar Carrillo und Laetitia Maria Manquillo Alarza die an Nummer 4 gesetzten Spanierinnen. Aguilar und Manquillo reisen mit maximalem Selbstvertrauen an: In ihrer Halbfinalpartie setzten sie sich gegen Sofia Arvidsson und Juni Sjöland ohne Gegensatz durch und gewannen 6:0, 6:0. Damit treffen in der Endrunde zwei der stärksten Paarungen des Turniers aufeinander – eine Mischung aus Erfahrung, Power und taktischer Disziplin.
Collombon und Sharifova gehen als leichte Favoritinnen ins Finale. Ihre Setzlistenposition, die jüngsten Ergebnisse und vor allem die Art, wie sie das Halbfinale gedreht haben, sprechen für sie. Gleichzeitig wissen sie, dass spanische Doppel auf diesem Niveau selten verschenken. Entscheidend wird sein, ob sie den ersten Satz früh unter Kontrolle bringen oder erneut in einen langen Tiebreak geraten.
Blick auf den Italy Major
Über den unmittelbaren Titel hinaus hat das Turnier in Höganäs auch strategische Bedeutung. Ein Sieg würde die Vorbereitung auf den Italy Major deutlich erleichtern und die neue Zusammenarbeit endgültig auf der großen Bühne bestätigen. Collombon und Sharifova haben in kurzer Zeit bewiesen, dass sie nicht nur punktuell glänzen, sondern über mehrere Events hinweg konstant Top-3-Niveau anstreben können.
Das FIP Silver in Höganäs gehört zur internationalen Turnierreihe der World Padel Tour und zieht regelmäßig starke Damenfelder an. Für Collombon und Sharifova ist der schwedische Stopp ein weiterer Baustein in einer Phase, in der sie ihre Rollen im Doppel klarer definieren: Collombon übernimmt häufig die taktische Führung an der Netzposition, Sharifova setzt mit kraftvollen Grundschlägen und schnellen Übergängen den Rhythmus. Gegen Navarro und Riera mussten sie zunächst mit deren Erfahrung in langen Ballwechseln umgehen, fanden aber nach dem Satzverlust die passende Antwort.
Besonders auffällig war die Reaktion nach dem verlorenen Tiebreak im ersten Durchgang. Statt riskante Winner zu erzwingen, wählten sie eine kontrollierte Variante, erzwangen Fehler der Gegnerinnen und nutzten gezielt Bandenwechsel. In den entscheidenden Momenten des zweiten und dritten Satzes wirkten beide fokussiert und abgestimmt – genau die Qualitäten, die man von einer Paarung erwartet, die ein Major-Turnier als nächstes großes Ziel im Blick hat.
Auf der anderen Final-Hälfte des Brackets zeigten Aguilar und Manquillo, warum sie als Setzliste 4 ernst zu nehmen sind. Das klare 6:0, 6:0 gegen Arvidsson und Sjöland unterstreicht ihre Dominanz an diesem Turniertag und macht das Endspiel zu einem echten Spitzenduell. Für Collombon und Sharifova bedeutet das: Der Titel wird nicht geschenkt, sondern muss im dritten Match in Folge auf Topniveau erarbeitet werden.
Für das Publikum in Höganäs verspricht das Finale Spannung auf höchstem Niveau: zwei Paare mit gegensätzlichen Stilen, beide mit dem Anspruch, den Pokal nach Schweden oder Spanien zu bringen. Ob Collombon und Sharifova die Revanche für Oeiras gelingt oder Aguilar und Manquillo ihre Dominanz fortsetzen, entscheidet sich auf wenigen kritischen Ballwechseln. Was bereits feststeht: Das Damenfeld beim FIP Silver liefert in diesem Jahr ein sportliches Highlight – und die Protagonistinnen haben die Geschichte des Turniers bis zum Schluss selbst in der Hand.