FIP Tour: Collombon und Touly stark trotz Finals
Am Wochenende auf der FIP Tour standen für zwei französische Topspielerinnen gleich zwei Silber-Finals auf dem Programm. Alix Collombon und Carla Touly verpassten in Oeiras und London den Titel um Haaresbreite, lieferten aber über die gesamte Woche ein Niveau, das weit über die Niederlagen in den Endspielen hinausstrahlt. Beide gehen mit 45 wichtigen FIP-Punkten, Referenzsiegen gegen Spitzendoppel und deutlich mehr Selbstvertrauen in die kommenden Stationen des internationalen Kalenders.
Oeiras: Collombon und Sharifova überzeugen beim Debüt
Beim FIP Silver Oeiras trat Alix Collombon erstmals an der Seite der Russin Ksenia Sharifova an. Was als Test einer neuen Paarung begann, entwickelte sich schnell zu einem der stärksten Auftritte des Turniers. Bis zu den Viertelfinals blieb das Duo ohne Satzverlust, dominierte Ballwechsel in den entscheidenden Momenten und wuchs mit jedem Match spürbar zusammen.
Im Viertelfinale setzten sich Collombon und Sharifova gegen Marina Lobo und Noemi Aguilar mit 7:6, 6:3 durch. Die Partie zeigte, wie belastbar die Französin und ihre Partnerin unter Druck agieren: Nach einem engen ersten Satz zogen sie im zweiten Durchgang die Zügel straff an und ließen kaum Chancen zu. In der Halbfinalrunde wartete mit Araceli Martinez und Laura Lujan die Setzliste Nummer drei. Auch hier blieben die beiden cool: Nach einem 6:4 im ersten Satz und einem 4:6 im zweiten entschieden sie das Match im Entscheidungssatz mit 6:3 für sich.
Das Finale gegen Marta Talavan und Sofia Saiz Vallejo, die als Viertgesetzte ins Endspiel marschierten, endete mit 3:6, 4:6. Die Spanierinnen nutzten die wichtigsten Ballwechsel konsequenter und kontrollierten Tempo sowie Platzierung über weite Phasen. Für Collombon und Sharifova bleibt dennoch: Ein erstes gemeinsames Turnier direkt bis ins Finale zu führen, ist auf der FIP Tour selten. Die Automatismen wirkten bereits reif, die Kommunikation am Netz stimmte, und die Siege gegen hoch gesetzte Gegnerinnen belegen das Potenzial der neuen Konstellation.
Talavan und Saiz Vallejo hatten zuvor für eine der Überraschungen gesorgt, als sie in der Halbfinalrunde die Topgesetzten Victoria Iglesias und Aranzazu Osoro bezwangen. Damit unterstrichen sie, dass das Feld in Oeiras keineswegs vorhersehbar war. Collombon und Sharifova treffen die beiden Finalistinnen schon in der nächsten Woche wieder – beim FIP Silver in Hóganás in Schweden, wo die französisch-russische Paarung erneut angreifen will.
London: Touly bestätigt Form gegen Weltspitze
Parallel lief beim FIP Silver London das Turnier von Carla Touly. Mit der Spanierin Amanda Lopez Moral erreichte die Französin ebenfalls das Endspiel – und musste sich dort der Topgesetzten Lorena Rufo und Jessica Castello Lopez mit 1:6, 4:6 geschlagen geben. Gegen zwei Spielerinnen aus den besten 25 der Weltrangliste war die Niederlage sportlich nachvollziehbar, ändert aber nichts daran, dass Touly in der vorangegangenen Woche mehrfach ihr Leistungsmaximum abrief.
Der Höhepunkt war die Halbfinalpartie gegen Lucia Sainz, einstige Nummer eins der Welt, und Jana Montes, die als Zweitgesetzte ins Halbfinale gingen. Touly und Lopez Moral drehten ein intensives Match mit 7:5, 5:7, 6:4 zu ihren Gunsten. Dieser Erfolg gilt als Referenzsieg: Er zeigt, dass Touly auf internationalem Niveau nicht nur mitmischen, sondern gegen etablierte Spitzenpaare Matches aktiv gestalten kann. Ballwechseldauer, Returnqualität und Ruhe in den Breakbällen machten den Unterschied.
Im Finale dominierten Rufo und Castello Lopez von Beginn an. Sie setzten hohes Tempo, variierten Lobs und Bandejas und ließen der Französin und ihrer Partnerin kaum Luft zum Gegenspiel. Für Touly bleibt dennoch ein klarer Trend: Ihre Progression auf der Tour ist messbar, die Ergebnisse gegen Topfelder stabil, und die Finalteilnahme in London unterstreicht ihren Status im oberen Damenfeld.
45 FIP-Punkte und viel Momentum für Frankreich
Trotz zweier verlorener Titel liefert das Wochenende für den französischen Padel ein deutliches Plus. Collombon und Touly sammeln jeweils 45 FIP-Punkte – ein wichtiger Schub in der Saisonwertung. Beide holten zudem Siege gegen Paarungen aus dem obersten Feld und gehen mit spürbar mehr Selbstvertrauen in die nächsten Silber-Events.
- Collombon/Sharifova: Finalistinnen in Oeiras, ohne Satzverlust bis zum Viertelfinale, Sieg gegen Setzliste drei in der Halbfinalrunde.
- Touly/Lopez Moral: Finalistinnen in London, Halbfinalsieg gegen ehemalige Weltranglistenerste Sainz.
- Beide Duos: 45 FIP-Punkte und direkte Weiterreise in ein weiteres Silber-Turnier.
Schon in den frühen Runden zeigte sich, dass beide französischen Duos nicht nur Ergebnisse sammeln wollten, sondern auch ihr Spiel gegen unterschiedliche Stile schärfen. In Oeiras überzeugte das neue Team durch klare Rollenverteilung: Sharifova attackierte früh, Collombon schloss am Netz ab und hielt die Seitenwechsel stabil. Gegen technisch starke Gegnerinnen aus Spanien und Portugal blieb die Fehlerquote niedrig, was in engen Sätzen den entscheidenden Vorteil brachte.
In London setzte Touly auf Tempo und aggressive Returns. Gegen Rufo und Castello Lopez reichte das im Endspiel nicht, doch der Weg dorthin war geprägt von konstanter Intensität. Besonders die Halbfinalpartie gegen Sainz und Montes dauerte über zwei Stunden und forderte körperlich wie mental alles ab. Dass Touly danach erneut ein hohes Niveau hielt, spricht für ihre Professionalität und ihr Training im Vorfeld der Saison.
Für Zuschauer und Verband bedeutet das: Frankreich bleibt im Damendoppel auf der FIP Tour präsent, auch wenn die Trophäen diesmal nach Spanien und an die Topfavoritinnen in London gingen. Die nächsten Wochen zeigen, ob Collombon mit Sharifova und Touly mit Lopez Moral die Finalnähe in Titel umwandeln können.