Ovide: Coello/Nieto als Angstgegner zur WM
Wenige Monate vor den Padel-Weltmeisterschaften 2026 in Katar richtet sich der Blick der Fachwelt auf die Nationalmannschaften und ihre strategischen Überlegungen. Rodri Ovide, der gemeinsam mit Gaby Reca die argentinische Herrenauswahl betreut, hat in einem Interview mit desdedentrodelpadel erstmals detaillierter über seine Gedanken zur Teamzusammenstellung und zur spanischen Konkurrenz gesprochen. Der amtierende Weltmeister Argentinien will in Doha den Titel verteidigen – und der Trainerstab weiß genau, welche Gegner besonders gefährlich werden können.
Coello und Nieto als größtes Szenario
Auf die Frage, welches spanische Duo er im Turnier am liebsten nicht treffen würde, antwortete Ovide ohne Zögern: Arturo Coello und Coki Nieto. Beide hatten bei der WM-Finalserie 2024 bereits unter Beweis gestellt, welche Wucht sie als Paar entfalten können. Im ersten Match der Finalbegegnung gegen Argentinien dominierten Coello und Nieto Martín Di Nenno und Franco Stupaczuk klar mit 6:1 und 6:2 und brachten Spanien den ersten Punkt.
Argentinien drehte die Serie dennoch: Federico Chingotto und Agustín Tapia sowie Tino Libaak und Leo Augsburger holten die entscheidenden Siege und sicherten dem Land den erneuten Weltmeistertitel. Die Erinnerung an jenen Auftaktverlust sitzt jedoch tief. Ovides Aussage unterstreicht, wie sehr der spanische Block um Coello und Nieto weiterhin als Referenz für die argentinische Vorbereitung gilt.
Konsens bei der Zwölferliste
Neben der Einschätzung zur spanischen Konkurrenz sprach Ovide ausführlich über die interne Arbeit am argentinischen Kader. Gemeinsam mit Gaby Reca habe man verschiedene Konstellationen geprüft. Am Ende seien beide unabhängig voneinander bei denselben zwölf Namen gelandet. Diese Übereinstimmung wertet das Trainerduo als Zeichen für die außergewöhnliche Breite und Qualität des aktuellen argentinischen Padel-Kaders.
Die Vorbereitung auf Doha läuft damit nicht als Experiment, sondern als gezielte Feinjustierung. Argentinien tritt als Titelverteidiger an und muss zugleich die Balance zwischen Erfahrung, Form und taktischer Flexibilität finden. Spanien bleibt der natürliche Kontrahent: Als Finalist von 2024 und mit einem tiefen Spielerpool gilt das Team als klarer Favoritenkonkurrent um die Krone.
Vier Plätze praktisch vergeben
Abgesehen von Verletzungen oder Überraschungen gelten vier Spieler bereits als gesetzt: Agustín Tapia, Federico Chingotto, Franco Stupaczuk und Leo Augsburger. Ihre konstanten Leistungen auf Tour und ihre Bedeutung für die Nationalmannschaft machen sie zu den tragenden Säulen der Delegation. Die restlichen Plätze für die männliche Auswahl sind dagegen noch offen und dürften bis kurz vor dem Turnier umkämpft bleiben.
Zu den Anwärtern zählen unter anderem Martín Di Nenno, Juan Tello, Tino Libaak, Maxi Arce, Álex Chozas, Sanyo Gutiérrez, Tolito Aguirre und Gonza Alfonso. Jeder bringt eigene Stärken mit – von Matchhärte über Doppelkompetenz bis hin zu Erfahrung in großen Länderspielmomenten. Für den Trainerstab bedeutet das eine anspruchsvolle Auswahlentscheidung, bei der Formkurve, Chemie im Doppel und taktische Variabilität gleichermaßen zählen.
Der Weg nach Doha
Die Weltmeisterschaften in Katar stehen im Kalender der nationalen Verbände ganz oben. Für Argentinien geht es um die Verteidigung eines Titels, der 2024 mit viel Charakter erkämpft wurde. Für Spanien steht die Chance im Raum, den verpassten Triumph nachzuholen. Ovides öffentliche Einschätzung zu Coello und Nieto ist daher mehr als eine Anekdote: Sie zeigt, welche Paarungen in der Mentalität des Favoritenkreises den größten Respekt genießen.
Zugleich macht der Trainer klar, dass die interne Kaderarbeit bereits weit fortgeschritten ist. Die Einigkeit mit Reca bei der Zwölferliste spricht für eine klare sportliche Linie. Offen bleibt die Feinjustierung der letzten Plätze und die Frage, wie die Doppel am Turniertag zusammengestellt werden. Genau dort könnten sich die Weichen für den Turnierverlauf stellen – insbesondere in möglichen Duellen gegen Spanien.
- Argentinien reist als amtierender Weltmeister nach Doha.
- Ovide nennt Coello/Nieto als spanisches Duo, das er am liebsten vermeiden würde.
- Vier argentinische Stammplätze gelten als nahezu sicher; weitere Kandidaten kämpfen um die Restplätze.
In den kommenden Monaten wird sich zeigen, welche Namen die endgültige Liste komplettieren und wie Spanien seine Paare aufstellt. Bis dahin bleibt Ovides Botschaft klar: Die größte Herausforderung sieht er in einem spanischen Doppel mit Arturo Coello und Coki Nieto – einem Duo, das bereits 2024 unter Beweis gestellt hat, wie dominant es in entscheidenden WM-Momenten auftreten kann. Für Fans und Fachleute liefert das Interview damit einen frühen, konkreten Hinweis auf die Rivalität, die das Mondial 2026 prägen könnte.
Sportlich betrachtet verdichtet sich das Bild einer WM, in der individuelle Paarungen ebenso entscheidend sein können wie die Gesamtstärke der Nation. Argentiniens Kaderbreite erlaubt verschiedene Matchups, Spaniens Topduos wiederum erzwingen jede Vorbereitung auf maximale Intensität. Genau in diesem Spannungsfeld bewegt sich derzeit die Planung beider Lager – und Ovides Worte geben der Debatte um Favoriten und Angstgegner eine klare Richtung.
Ob Coello und Nieto in Doha tatsächlich gemeinsam auflaufen, entscheiden letztlich die spanischen Verantwortlichen. Unabhängig davon hat Argentinien seine Prioritäten markiert: Titelverteidigung, klare Kaderlinie und maximale Aufmerksamkeit für jene spanischen Konstellationen, die bereits einmal den Auftakt einer Finalserie geprägt haben. Das Mondial 2026 rückt näher – und die sportliche Erzählung zwischen Buenos Aires und Madrid nimmt bereits Fahrt auf.