FIP Platinum Tirana: Gala/Jensen im Halbfinale
Das Herrenfeld des FIP Platinum Tirana in Albanien liefert weiterhin Überraschungen. Nach der Sensation im Achtelfinale gegen Jon Sanz und Coki Nieto haben David Gala und Enzo Jensen auch im Viertelfinale zugeschlagen und damit ihre starke Woche in Tirana fortgesetzt. Parallel sicherten sich Martín Di Nenno und Jairo Bautista mit einer kontrollierten Leistung gegen Edu Alonso und Aimar Goñi den Halbfinal-Einzug. Im Damenfeld hielten die Top-Setzungen dagegen weitgehend die Favoritenrolle ein.
Gala und Jensen setzen die Überraschungswelle fort
Die Geschichte des spanischen Duos Gala und Jensen gehört zu den prägenden Momenten dieses Turniers. Bereits am Vortag hatten die beiden mit dem Sieg über Sanz und Nieto für Aufsehen gesorgt. Gegen die als Setzposition 7 geführte Paarung Alex Ruiz und Juanlu Esbri mussten sie erneut über die volle Distanz gehen und bewiesen erneut Nervenstärke auf dem zentralen Court in Tirana.
Nach dem Verlust des ersten Satzes mit 4:6 erhöhten Gala und Jensen den Druck in den entscheidenden Ballwechseln. Sie spielten in den Schlüsselmomenten aggressiver, setzten längere Rallys konsequent unter Druck und drehten die Partie mit 6:3 und 6:4. Damit stehen sie im Halbfinale und bestätigen, dass ihre Form in Tirana nicht nur ein kurzer Lauf war, sondern auf konsequenter Taktik und physischer Belastbarkeit beruht.
Charakterstärke nach Rückstand
Besonders auffällig war die mentale Stabilität nach dem ersten Satzverlust. Während Ruiz und Esbri in der Anfangsphase die Kontrolle hatten, fanden Gala und Jensen im zweiten Durchgang bessere Lösungen am Netz und in der Verteidigung. In den langen Ballwechseln wirkten sie klarer in der Entscheidung, wann sie das Tempo erhöhen und wann sie geduldig auf den Fehler des Gegners warten. Auch die Bandenwahl und die Platzierung der Lobs wirkten in den entscheidenden Phasen deutlich zielgerichteter als noch zu Beginn der Woche.
Für das Turnier bedeutet das: Eine Paarung ohne Top-Setzung im Halbfinale bleibt im Rennen und kann das Feld weiter durcheinanderbringen. Für Gala und Jensen ist der nächste Schritt die Chance, die eigene Dynamik gegen eine der verbleibenden Favoritenpaarungen zu bestätigen und damit die größte Überraschung des FIP Platinum bislang zu verlängern.
Di Nenno und Bautista mit souveräner Viertelfinal-Performance
Im oberen Teil des Herrenfeldes lieferten Martín Di Nenno und Jairo Bautista eine ebenso disziplinierte Vorstellung wie schon in der Runde zuvor. Gegen Alonso und Goñi, die in den vergangenen Wochen zuletzt sichtbar an Selbstvertrauen gewonnen hatten, blieb die als Setzposition 4 geführte Paarung in den kritischen Phasen ruhig und ließ sich von der Gegenwehr nicht aus dem Rhythmus bringen.
Der erste Satz ging in den Tiebreak und endete mit 7:6 zugunsten von Di Nenno und Bautista. Im zweiten Durchgang setzten sie die Linie fort, hielten den Druck auf dem Return hoch und entschieden mit 7:5. Damit ziehen sie ohne unnötigen Aufwand ins Halbfinale ein und wirken insgesamt deutlich stabilisiert, was für ihre Ambitionen auf den Titel in Tirana ein wichtiges Signal ist.
Kontrolle in den Schlüsselmomenten
Der Unterschied lag weniger in spektakulären Winners als in der konsequenten Spielweise in den Break-Chancen. Di Nenno und Bautista nutzten ihre Erfahrung in engen Sätzen, vermieden unnötige Risiken und blieben auch nach dem knappen Tiebreak im ersten Satz strukturiert. Für eine Paarung, die zuletzt nicht immer konstant auf Topniveau wirkte, ist das ein wichtiges Signal kurz vor den entscheidenden Turniertagen und zeigt, dass sie ihre Stärken in langen Ballwechseln und im Returnspiel gezielt einsetzen können.
Favoritinnen im Damenfeld halten Kurs
Im Damenfeld verlief der Viertelfinal-Tag deutlich planbarer. Die Top-Setzungen bestätigten ihre Rolle und verhinderten weitere Überraschungen im oberen Tabellenbereich, während im Herrenfeld die Spannung durch offene Partien hoch bleibt.
Turnierführend Alejandra Salazar und Alejandra Alonso dominierten ihr Match gegen Bidaorria und Caparros mit 6:3 und 6:4. Die Nummer-eins-Paarung wirkte von Beginn an fokussiert und will nach einer schwierigeren Phase auf dem Premier-Padel-Circuit in Tirana wieder Vertrauen zurückgewinnen und ihre Favoritenrolle bis zum Finale verteidigen.
Ebenfalls ohne große Schwankungen zogen Caldera und Goenaga gegen die Turnierüberraschung Rodriguez und Dal Pozzo mit 6:2 und 6:3 ins Halbfinale ein. Damit bleiben im Damenfeld die erwarteten Namen im Fokus, während im Herrenfeld weiterhin zwei Viertelfinals ausstehen und das Halbfinal-Bild noch unvollständig ist.
Zwei Herren-Viertelfinals stehen noch aus
Im männlichen Hauptfeld sind damit noch nicht alle Halbfinalisten bekannt. Offen bleiben zwei hochkarätige Partien, die das Bild des Turniers erneut verändern könnten und den Ausgang des FIP Platinum maßgeblich prägen werden.
Zum einen trifft die formstarke Paarung Chozas und Libaak auf Arce und Arroyo, ebenfalls mit starken Auftritten seit Turnierbeginn. Zum anderen wartet das Duell der Top-Setzung Stupaczuk und Yanguas gegen González und Campagnolo. Beide Begegnungen gelten als potenzielle Klassiker und könnten die Halbfinal-Auslosung noch einmal neu ordnen, sobald die letzten Viertelfinals beendet sind.
- Herren: Gala/Jensen nach Comeback gegen Ruiz/Esbri mit 4:6 6:3 6:4 im Halbfinale.
- Herren: Di Nenno/Bautista schlagen Alonso/Goñi mit 7:6 7:5.
- Damen: Salazar/Alonso und Caldera/Goenaga ziehen souverän weiter.
- Offen: Chozas/Libaak gegen Arce/Arroyo sowie Stupaczuk/Yanguas gegen González/Campagnolo.
Mit diesen Ergebnissen bleibt der FIP Platinum Tirana ein Turnier im Hochtempo: Im Herrenfeld mischt eine Außenseiterpaarung weiter mit, während im Damenfeld die Favoritinnen ihre Spur halten und die letzten Viertelfinals die Halbfinal-Paarungen komplettieren werden.