FIP Tour: Blanqué out, Sireix im Halbfinale
Am vergangenen Wochenende liefen für die französischen Padel-Akteure auf dem FIP Tour zwei deutlich unterschiedliche Erfolgsgeschichten parallel. Während im belgischen Koksijde beim FIP Silver die letzten französischen Herren im Viertelfinale ausgeschieden sind, setzte sich Camille Sireix beim FIP Bronze in Georgien mit Tess De Vocht erneut souverän durch und steht nun im Halbfinale. Der Kontrast zwischen dem hart umkämpften Herrenturnier an der Nordseeküste und dem dominierenden Auftritt im Damenfeld prägte das Wochenende der Tricolore.
Gemischte Bilanz für Frankreich
Der FIP Tour bildet das internationale Turniersystem der International Padel Federation und gliedert Wettbewerbe in Kategorien wie Bronze, Silver und Gold. Für französische Spielerinnen und Spieler sind diese Events zentrale Etappen, um Ranking-Punkte zu sammeln, Erfahrung auf höchstem Niveau zu sammeln und sich gegen internationale Top-Paare zu messen. Das Wochenende vom 12. Juli 2026 zeigte erneut, wie eng die Spitze des Welt-Padels ist und wie unterschiedlich einzelne Turnierverläufe ausfallen können.
In Koksijde, einer traditionsreichen Padel-Region an der belgischen Küste, fand der FIP Silver statt. Dort waren mehrere französische Paare im Herrenfeld vertreten, doch mit dem Ausscheiden von Bastien Blanqué und Maxime Joris endete die französische Präsenz im Männer-Hauptfeld. Im Damenbereich lieferte Camille Sireix zusammen mit Tess De Vocht beim FIP Bronze in Georgien eine weitere Bestätigung ihrer Form und ihres Status als Top-Favoritinnen.
Blanqué und Joris scheitern in Koksijde
Viertelfinale gegen die Turnier-Eins
Bastien Blanqué und Maxime Joris waren die letzten noch verbliebenen Franzosen im Herrentableau des FIP Silver Koksijde. Nach zwei anspruchsvollen Partien in den frühen Runden wartete im Viertelfinale die größte Hürde: die als Nummer eins gesetzten Spanier Juanlu Esbrí und Pablo García. Gegen ein Paar dieser Klasse mussten Blanqué und Joris von Beginn an ihr bestes Padel abrufen, um die Chance auf ein Halbfinale zu behalten.
Der erste Satz entwickelte sich zu einem engen Duell auf Augenhöhe. Die Franzosen hielten lange mit den Favoriten mit und zeigten in langen Ballwechseln Nervenstärke sowie taktische Disziplin. Erst im Tiebreak entschied sich die Partie zugunsten der Spanier, die in den entscheidenden Momenten etwas mehr Ruhe und Präzision an den Netz- und Banden-Situationen aufbrachten. Mit 7:6 verloren Blanqué und Joris den ersten Durchgang, bewiesen aber, dass sie auf diesem Niveau mithalten können.
Im zweiten Satz kippte das Momentum deutlich. Esbrí und García erhöhten ihr Tempo, setzten konsequent Druck auf den Return und nutzten ihre Erfahrung in entscheidenden Phasen. Blanqué und Joris fanden keine Antwort mehr auf die aggressive Spielweise der Top-Setzung und mussten sich mit 6:0 geschlagen geben. Das Endergebnis von 7:6, 6:0 spiegelt die Kluft zwischen einem hart erkämpften Auftakt und einer dominierten Schlussrunde wider.
Sportlich betrachtet war die Niederlage angesichts des Gegnerstatus nachvollziehbar. Dennoch bleibt der erste Satz als positives Signal: Blanqué und Joris haben gezeigt, dass sie auch gegen Weltklasse-Paare über längere Phasen kompetitiv agieren können. Ihr Turnierweg mit zwei zuvor mühsam gewonnenen Partien unterstrich zudem konstante Leistung über mehrere Runden hinweg.
Was das Aus für die Herren bedeutet
Für das französische Herren-Padel endet damit der FIP Silver in Koksijde ohne Vertreter in den Halbfinals. Gleichzeitig liefert das Ergebnis wertvolle Erkenntnisse: Blanqué und Joris gehören zu den Paaren, die in Silver-Turnieren regelmäßig in die entscheidenden Phasen vordringen, gegen absolute Top-Favoriten aber noch den letzten Schritt fehlt. Der knappe erste Satz gegen Esbrí und García könnte als Baustein für künftige Begegnungen auf höheren Turnierstufen dienen.
Sireix und De Vocht dominieren in Georgien
Souveräner Viertelfinal-Sieg
Während in Belgien die Herren ausscheiden mussten, lief beim FIP Bronze in Georgien für Camille Sireix und Tess De Vocht alles nach Plan. Als Turnier-Eins trugen die franco-niederländische Paarung die Erwartungen souverän. Nach einem überzeugenden Auftakterfolg dominierten sie im Viertelfinale Gimena Sol Perez und Alina Povidalo mit 6:4 und 6:1 und bestätigten ihre Favoritenrolle.
Besonders im zweiten Satz ließen Sireix und De Vocht kaum Zweifel an ihrer Überlegenheit aufkommen. Sireix zählt in den vergangenen Monaten zu den prägenden Figuren im französischen Damen-Padel, während De Vocht mit ihrer Spielstärke das Team ergänzt. Gemeinsam wirken sie defensiv stabil und offensiv variabel – eine Kombination, die in Georgien bislang ohne nennenswerte Schwierigkeiten funktioniert hat.
Halbfinale gegen Sluzhiteleva und Kucheriavaia
Im Halbfinale treffen Sireix und De Vocht auf Nika Sluzhiteleva und Daria Kucheriavaia. Auf dem Papier spricht vieles erneut für die Top-Setzung, die in Georgien bislang ohne ernsthaften Druck durch das Turnier marschiert ist. Weder im Auftakt noch im Viertelfinale geriet das Paar nennenswert unter Druck, was auf eine hohe Konstanz und eine klare Turnierstrategie hindeutet.
Für Sireix und De Vocht geht es nun darum, die erarbeitete Form beizubehalten und den Schwung aus den bisherigen Siegen in die nächste Runde zu tragen. Ein Finale beim FIP Bronze wäre nicht nur ein weiterer Titel-Höhepunkt, sondern auch ein deutliches Signal an die französische Padel-Szene. Während Blanqué und Joris aus Koksijde mit einem respektablen Auftritt zurückblicken, richtet sich der Blick der Damen-Szene nun auf das Halbfinale in Georgien.