FIP Bronze: Guichard im Finale, Hugounenq out
Am Sonntag fielen in der FIP Tour die Entscheidungen in den Halbfinals zweier Bronze-Events: Beim FIP Bronze Rijswijk in den Niederlanden und beim FIP Bronze Pembroke auf Malta standen zahlreiche französische Akteure auf dem Court. Am Ende der Halbfinalrunde bleibt unter den Herren in Rijswijk nur Dylan Guichard als Finalist – während Camille Sireix, Julien Seurin und Arthur Hugounenq ihre Chancen auf den Titel verpassten, aber sportlich deutliche Signale setzten.
Damen in Rijswijk: Favoritinnenrolle kippt im dritten Satz
Bei den Damen hatten Camille Sireix und die Belgierin Tess De Vocht nach einem starken Turnierverlauf die große Chance, ins Endspiel einzuziehen. Gegen die Belginnen Justine Pyson und Helene Boeykens begann die Partie vielversprechend: Das franco-belgische Duo gewann den ersten Satz im Tie-break und kontrollierte lange die Ballwechsel an Netz und Grundlinie.
Doch Pyson und Boeykens, die bereits im Viertelfinale die Topgesetzten Léa Godallier und Ariadna Cañellas Rodero ausgeschaltet hatten, zeigten erneut ihre Turnierstärke. Nach dem verlorenen Entscheidungssatz im ersten Durchgang drehten sie die Partie vollständig und siegten mit 6:7, 6:2, 6:2. Damit ziehen sie als Überraschungsteam ins Finale ein und bestätigen eine Woche, in der sie gegen höher gesetzte Gegnerinnen konstant Nervenstärke bewiesen.
Für Sireix und De Vocht bleibt die Niederlage bitter, weil sie in der Halbfinalphase des Draws eine echte Titelfavoritenrolle innehatten. Technische Fehler in den entscheidenden Phasen des zweiten und dritten Satzes sowie ein verbessertes Returnspiel der Gegnerinnen machten den Unterschied. Sportlich bleibt dennoch festzuhalten: Das Duo hatte bis zum Halbfinale ein hohes Niveau gezeigt und gehört weiterhin zu den relevanten Paarungen auf der FIP Tour.
Guichard und Cassetta dominieren das französische Duell
Bei den Herren lieferte die erste Halbfinalpartie ein rein französisches Duell auf höchstem Bronze-Niveau. Dylan Guichard und der Italiener Marco Cassetta, als zweite Setzung angetreten, trafen auf Bastien Blanqué und Yoan Boronad. Von Beginn an setzten Guichard und Cassetta Tempo, variierten Lobs und Bandejas und ließen den Gegnern kaum Raum für eigene Aufschlagspiele.
Mit 6:1 und 6:4 sicherten sie sich den Finaleinzug in klarer Form. Guichard unterstreicht damit seine aktuelle Formkurve: In den vergangenen Wochen sammelte der Franzose mehrfach tiefe Turnierläufe und zeigt gegen nationale Konkurrenten wie Blanqué, dass er im entscheidenden Moment die besseren Entscheidungen trifft. Cassetta ergänzt mit seiner Erfahrung und stabilen Netzarbeit, sodass die Paarung auch gegen internationale Topfelder mitspielen kann.
Seurin und Luque verpassen die 100-Prozent-Finale
Die zweite Herren-Halbfinalpartie hätte eine finale Konstellation ausschließlich mit französischen Spielern ermöglicht. Julien Seurin und der Portugiese Antonio Luque führten gegen José Rico und Juan Cruz Forastello nach dem ersten Satz mit 6:4 und übernahmen im Entscheidungssatz sogar früh die Initiative mit einem Break. Doch die Spanier reagierten im richtigen Moment, neutralisierten die Druckphase und gewannen zum Schluss im Tie-break mit 4:6, 6:2, 7:6.
Für Seurin und Luque war es eine der frustrierendsten Niederlagen der Saison, weil die Finalteilnahme greifbar nahe lag. Besonders im dritten Satz wirkten Nervosität und einige unerzwungene Fehler in den entscheidenden Ballwechseln. Rico und Forastello hingegen zeigten die typische Turnierqualität erfahrener FIP-Akteure: Sie blieben nach Rückstand ruhig, erhöhten die Intensität in den Returnspielen und nutzten ihre Chancen im Tie-break konsequent.
Finale in Rijswijk: Guichard trifft auf Rico und Forastello
Das Endspiel der Herren in Rijswijk bringt Dylan Guichard und Marco Cassetta mit José Rico und Juan Cruz Belluati Forastiero zusammen. Organisatorisch ist das Match nicht vor 17:30 Uhr auf dem Center Court angesetzt – ein Zeichen für die Bedeutung des Finals im lokalen Turnierkalender. Für Guichard geht es um den ersten Bronze-Titel dieser Phase der Saison; für Rico und Forastello um die Bestätigung eines starken Wochenendes nach dem Halbfinal-Comeback.
- Herren-Finale: Guichard/Cassetta gegen Rico/Forastello, Center Court ab 17:30 Uhr.
- Damen-Finale: Pyson/Boeykens nach Comeback gegen Sireix/De Vocht.
- Mehrere Franzosen in beiden Events, aber nur Guichard erreicht das Herren-Endspiel in Rijswijk.
Malta: Hugounenq scheitert an den Topfavoriten
Parallel lief beim FIP Bronze Pembroke auf Malta die Halbfinalrunde der Herren. Arthur Hugounenq und der Spanier José Manuel Ortiz trafen auf die Topgesetzten José Solano und Ramiro Pereyra. Nach einem extrem engen ersten Satz, den die Franzose-Spanier-Kombination im Tie-break verlor, blieben Hugounenq und Ortiz im zweiten Durchgang kämpferisch, mussten sich aber mit 7:6 und 6:3 geschlagen geben.
Trotz der Halbfinal-Niederlage fällt die Bilanz für Hugounenq positiv aus. Das Duo hatte zuvor unter anderem im Viertelfinale die fünfte Setzung geschlagen und damit gezeigt, dass es auf internationalem Niveau nicht nur mitmischen, sondern auch Favoriten stellenweise überraschen kann. Die Halbfinalteilnahme auf Malta bestätigt die aufsteigende Form des Franzosen auf der FIP Tour und macht ihn zu einem der prägenden Akteure des Wochenendes – auch wenn am Ende kein französisches Finale in Pembroke steht.
Zusammen mit den Ergebnissen aus Rijswijk bleibt der französische Padel auf der FIP Tour präsent: Guichard trägt die größte Titelchance in den Niederlanden, Hugounenq, Seurin und Sireix setzen starke Halbfinal-Signale.