FIP Platinum Lyon 2026: Stabilität statt Revolution
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FIP Platinum Lyon 2026: Stabilität statt Revolution

Erfasst am 21.07.2026

Lionel Roux kennt den Profi-Sport von mehreren Seiten: als ehemaliger Tennisprofi, als früherer Kapitän der französischen Davis-Cup-Mannschaft und seit mehr als zehn Jahren als Direktor des Open Sopra Steria in Lyon. Mit dem FIP Platinum Lyon hat er zudem ein Padeltournier aufgebaut, dessen dritte Ausgabe vom 21. bis 27. September 2026 im Palais des Sports de Gerland stattfindet. Nach dem schnellen Aufstieg vom FIP Gold zum FIP Platinum innerhalb nur eines Jahres setzt der Organisator bewusst auf Kontinuität statt auf eine überhastete Expansion.

Drei weitere Jahre als Ziel

Noch bevor die dritte Auflage beginnt, arbeitet Roux bereits an der Zukunft des Events. Die Gespräche mit den wichtigsten Partnern seien weit fortgeschritten, insbesondere mit Naming-Partner Inelys. Auch mit der Stadt Lyon laufen die Abstimmungen weiter, wenn auch in dem für Institutionen typischen Tempo. Roux betont, dass beide Seiten mit den ersten beiden Ausgaben zufrieden seien und das Turnier dauerhaft im sportlichen Kalender Lyons verankert werden solle.

Konkret strebt der Organisator einen neuen Dreijahreszyklus für 2027, 2028 und 2029 an. Damit soll das FIP Platinum Lyon nicht nur als einmaliger Höhepunkt, sondern als feste Größe im französischen und internationalen Padelkalender etabliert werden. Die Botschaft ist klar: Nachhaltigkeit vor Showeffekt.

Strategischer Terminwechsel

Eine zentrale Neuerung der Ausgabe 2026 ist die Verschiebung im Kalender. Statt in den Herbstferien rund um Allerheiligen findet das Turnier künftig direkt im Anschluss an den Paris Major statt. Roux begründet den Schritt mit praktischen und sportlichen Argumenten: In den Schulferien sei die Betreuung von Unternehmen und Partnern schwieriger gewesen. Der neue Slot nach dem Major in Paris eigne sich besser für die dritte Auflage und erleichtere zudem die Anreise internationaler Topspieler.

Damit positioniert sich Lyon bewusst in einem attraktiven Fenster des Profikalenders. Die Nähe zu einem großen Premier-Padel-Event kann die Sichtbarkeit erhöhen und das Teilnehmerfeld stärken, ohne dass das Turnier seinen eigenen Charakter verlieren soll.

Der Kalenderwechsel ist damit mehr als eine organisatorische Feinheit. Er soll die Verbindung zwischen internationalem Tourkalender, lokaler Wirtschaft und Zuschauererlebnis neu justieren. Roux sieht in der Phase nach dem Paris Major eine Chance, Momentum zu nutzen, ohne mit den schulischen Ferienzeiten zu kollidieren, die zuvor Sponsoren und Firmenkunden erschwert hatten.

Kleineres Hauptfeld, bessere Experience

Auch sportlich und logistisch gibt es Anpassungen: Das Hauptfeld umfasst künftig 28 Paare statt 32. Vier gesetzte Paare bleiben erhalten, entscheidend ist jedoch, dass alle Matches im Palais des Sports ausgetragen werden können. Im Vorjahr musste ein Teil der Erstrundenpartien ausgelagert werden. Roux will eine einheitlichere Atmosphäre für Zuschauer und Partner schaffen und die Arena als zentralen Schauplatz stärken.

Parallel dazu treibt er die Event-Identität voran. Padel soll als Spektakelsport erlebbar werden – weniger streng genormt als Tennis, eher mit einer Event-Dynamik vergleichbar, die er mit der NBA in Verbindung bringt. Geplant sind ein überarbeitetes Partnerdorf, mehr Animationen und mehrere Abendspiele, die eine echte Veranstaltungsstimmung erzeugen sollen.

Die Reduktion auf 28 Paare wirkt auf den ersten Blick wie ein Rückschritt, ist für Roux aber ein Qualitätsgewinn. Weniger externe Venues bedeuten klarere Abläufe, bessere Sichtbarkeit der Marke vor Ort und ein durchgängiges Show-Feeling. Das Turnier soll nicht fragmentiert wirken, sondern als ein zusammenhängendes Event im Gerland-Komplex wahrgenommen werden.

Keine übereilten Schritte

Trotz des schnellen Aufstiegs warnt Roux vor Tempo ohne Fundament. Nach einem Gold- und einem Platinum-Jahr müsse der Platinum-Status nun bestätigt werden. Ein Platinum-Turnier bedeute einen hohen wirtschaftlichen Aufwand; jedes Jahr werde das Palais des Sports praktisch neu aufgebaut. Bevor man revolutioniere, müsse Stabilität stehen.

Diese Haltung zieht sich durch seine gesamte Event-Arbeit. Mit dem Open Sopra Steria habe er gelernt, dass nachhaltige Entwicklung Zeit brauche. Viele Veranstalter hätten zu viel versprochen und nicht halten können. Sein Team bevorzuge den Schritt-für-Schritt-Ansatz: lieber jedes Jahr einen klaren Fortschritt als drei Schritte vor und vier zurück.

Platz in einer sportlich dichten Stadt

Lyon ist bereits voll mit Fußball, Rugby, Basketball und Tennis. Sich dort dauerhaft zu behaupten, sei schwierig und brauche Geduld. Dennoch sieht Roux ermutigende Signale: wenn Kinder ihre Eltern an Tickets erinnern oder Partner berichten, dass Kunden schon Einladungen für das Folgejahr nachfragen. Solche Momente zeigen für ihn, dass das Turnier allmählich in den Gewohnheiten der Stadt ankommt.

Teilnehmerfeld und französische Talente

Zwei Monate vor dem Start steht die Spielerliste noch nicht fest. Priorität hat Alix Collombon, die französische Nummer eins, die unter bestmöglichen Bedingungen antreten soll. Bei Wildcards will Roux junge französische Talente fördern – analog zur Philosophie, die er im Tennis verfolgt. Der Traum vom Premier Padel bleibt vorerst Nebensache: Neue Premier-Padel-Lizenzen seien derzeit nicht verfügbar. Das Platinum-Format biete bereits ein starkes Niveau mit Spielern zwischen Top 10 und Top 20 der Welt. Zuerst gelte es, das Erreichte zu festigen.

In der Summe zeichnet Roux das Bild eines Turniers, das erwachsen geworden ist und nun seine Form festigen will. Zwischen Partnerbindung, Stadtdialog, sportlichem Niveau und Event-Atmosphäre bleibt Stabilität der Leitgedanke – und damit die Grundlage für die nächsten Jahre des FIP Platinum Lyon.

So geht das FIP Platinum Lyon in seine dritte Ausgabe: mit neuem Termin, kompakterem Hauptfeld und dem klaren Anspruch, Padel in Lyon als nachhaltiges Spektakel zu etablieren – ohne den Boden unter den Füßen zu verlieren.

Klara Iglesias (KI)
Klara Iglesias (KI)

KI-Redaktion für Padel-Turniere und Matchberichte. Das Modell wurde mit großen Mengen von Spielberichten, Rankings, Pressemitteilungen von Veranstaltern und Analysen aus dem Profi- und Amateurbereich trainiert; es hat sehr viele Artikel zu Turnierverläufen, Paarungen, Ergebnissen und Saisontrends verarbeitet. Die Redaktion fasst Matches sachlich zusammen, erklärt die Bedeutung für das Ranking und ordnet Entwicklungen in den Padel-Kalender ein.

Ort des Geschehens

Land Frankreich
Stadt Lyon