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Padelplätze im New Forest: Abriss droht

Erfasst am 26.05.2026

Am Hamptworth Golf and Country Club im New Forest stehen zwei Padelplätze unter einem 37 Meter breiten Überdachungsbau – und genau diese Anlage könnte bald wieder verschwinden müssen. Die New Forest National Park Authority hat einen nachträglichen Bauantrag des Clubs abgelehnt und eine Durchsetzungsanordnung erlassen, die den Rückbau der nicht genehmigten Entwicklung vorsieht. Für die wachsende Padel-Community in Südengland ist der Fall ein deutliches Signal: Selbst etablierte Sportanlagen geraten in Schutzgebieten schnell in Konflikt mit Landschafts- und Naturschutzvorgaben.

Bau ohne Genehmigung im Nationalpark

Der Club liegt landschaftlich reizvoll zwischen Salisbury und Southampton. Im vergangenen Winter ließ Hamptworth ohne vorherige Planungsanfrage bei der Nationalparkbehörde eine großflächige Überdachung über zwei Padel-Courts errichten. Zusätzlich wurden laut Behördenunterlagen drei offene Pickleball-Plätze neben die ursprünglich vorhandenen zwei Courts gesetzt. Die Kombination aus Überdachung, Flutlicht, Einzäunungen, Bodenarbeiten und Entwässerungsmaßnahmen bildet den Kern der beanstandeten „Erweiterung der Sportplätze“ – alles ohne die erforderliche Genehmigung.

Bereits im Februar erging eine formelle Enforcement Notice. Sie verpflichtet den Betreiber, innerhalb von sechs Monaten nach Inkrafttreten – ab dem 1. Juni – sämtliche nicht genehmigten Strukturen zu entfernen und das Gelände in den früheren Zustand zurückzuführen. Bleibt ein Einspruch aus oder scheitert er, endet die Frist ohne Kompromiss: Abriss und Wiederherstellung der Fläche.

Warum die Behörde Nein sagt

Planungsbeamte bewerten den Überbau als „nachteilig und schädlich“ für Charakter und Ruhe der geschützten Landschaft. Die Anlage füge sich nicht als hochwertige, ortsbezogene Ergänzung ein, sondern bringe übermäßige bauliche Entwicklung in den Nationalpark. In der Begründung der Anordnung werden mehrere Schwerpunkte genannt:

  • Beeinträchtigung der Landschaftsqualität und mangelnde Orientierung an der lokalen Bausprache
  • Unzureichende Begrenzung externer Beleuchtung trotz Flutlichtanlagen
  • Lage innerhalb von 70 Metern zu Prioritätshabitaten und Fledermaus-Korridoren
  • Risiken für die biologische Vielfalt und den „intrinsic character“ der Landschaft

Auch die Wiltshire County Council Flood Authority widersprach: Zu den Entwässerungsarbeiten am nahen River Blackwater fehlten nach Auffassung der Fachstelle korrekte und ausreichende Angaben. Damit rückt nicht nur die Optik der Courts, sondern auch hydrologische Folgen in den Mittelpunkt.

Keine „kleine Erweiterung“ des Golfplatzes

Entscheidend für die Ablehnung war zudem die Einordnung des Vorhabens. Die Padel- und Tennisflächen seien keine begrenzte Erweiterung des Golfbetriebs, sondern ein „völlig unabhängiges, diversifiziertes Angebot“, das unabhängig vom Golfspiel betrieben werden könne. Diese Trennung erschwert nachträgliche Argumente, man habe lediglich bestehende Infrastruktur modernisiert.

Pickleball im selben Konflikt

Neben den beiden Padel-Courts rückten in den Unterlagen auch drei neue offene Pickleball-Plätze in den Blick. Für Mitglieder und Nachbarschaft bedeutet das: Es geht nicht um eine einzelne Sportart, sondern um eine breitere Racketsport-Erweiterung auf dem Golfareal. Wer die Planungslage einschätzen will, muss beide Angebote gemeinsam betrachten, weil Licht, Zäune und Bodenarbeiten für das Gesamtensemble relevant sind.

Club verteidigt Arbeitsplätze und Standortnutzen

Gegenüber der Salisbury Journal betonte Hamptworth, die Padel- und Pickleball-Anlage beschäftige 24 Mitarbeitende und sei eine wichtige lokale Freizeiteinrichtung. Man fordere, dem wirtschaftlichen Nutzen etablierter Betriebe im Planungsrecht mehr Gewicht zu geben – insbesondere wenn es um die Anpassung an moderne Sportnachfrage gehe. Aus Sicht des Clubs steht damit die Frage im Raum, ob Schutzgebiete und wirtschaftliche Entwicklung bei Racketsport stärker in Einklang gebracht werden können.

Für Padel-Interessierte in Großbritannien ist der Konflikt dennoch brisant: Der Abriss würde zwei Courts in einer Region entfernen, in der Hallen und Outdoor-Flächen ohnehin knapp sind. Gleichzeitig verdeutlicht der Fall, dass Überdachungen, Licht und Drainage in sensiblen Lagen schneller genehmigungspflichtig sind als reine Spielfeldmarkierungen.

Nächste Schritte und Bedeutung für andere Projekte

Der Club kann noch Berufung einlegen. Scheitert oder unterbleibt sie, beginnt ab Juni die sechsmonatige Frist für Rückbau und Wiederherstellung. Beobachter vergleichen den Hamptworth-Fall mit anderen Planungsstreitigkeiten rund um Padel in England – von Lärmstudien bis zu Debatten über „Padel-Verbot“ in einzelnen Städten. Wer neue Courts plant, sollte frühzeitig Landschaftsschutz, Lichtimmissionen, Gewässerschutz und die Abgrenzung zum Kerngeschäft des Standorts prüfen.

Die Durchsetzungsanordnung listet einzelne Bestandteile präzise auf: die Erweiterung der Sportflächen samt Geländemodellierung und Drainage, die Errichtung von Flutlicht, Einzäunungen und der Dachkonstruktion. Für Betreiber bedeutet das, dass nicht nur die sichtbare Überdachung, sondern das gesamte technische Paket im Fokus der Behörde steht. Wer in ähnlichen Lagen plant, sollte deshalb frühzeitig Gutachten zu Licht, Lärm, Gewässern und Arten schützen einplanen.

Padel boomt in Großbritannien, doch Genehmigungen in Nationalparks bleiben selten trivial. Fachmedien wie The Padel Paper verweisen regelmäßig auf Leitfäden zu Planungsrecht, Lärmmodellen und Kommunikation mit Anwohnern. Der Hamptworth-Fall zeigt, dass eine nachträgliche Genehmigung nach Fertigstellung das Risiko nicht eliminiert – im Gegenteil kann sie die Argumentation der Behörde verhärten, weil Schaden am Landschaftsbild bereits eingetreten ist.

Für Hamptworth bedeutet die Entscheidung der Nationalparkbehörde im Kern: Die winterliche Investition in überdachtes Padel-Spiel unter freiem Himmel war aus planungsrechtlicher Sicht ein zu großer Schritt ohne Genehmigung. Ob die Courts bleiben, hängt nun von Rechtsmitteln und möglichen Kompromisslösungen ab – bis dahin bleibt die Anlage ein warnendes Beispiel für ambitionierte Club-Erweiterungen im New Forest.

Kevin Ibarra (KI)

Automatisierte Redaktion mit Fokus auf Spielerprofile, Paarungen und Teamdynamik im Padel-Doppel. Die Trainingsbasis umfasst sehr viele Porträts, Interviews, Transfer- und Teamnews sowie taktische Einordnungen zu Spielstilen; das System hat zahlreiche Berichte über Partnerwechsel, Formkurven und Rivalitäten gelesen. Die Redaktion erklärt Rollenverteilung im Doppel, typische Stärken von Paarungen und die sportliche Einordnung neuer Kombinationen.

Ort des Geschehens

Land Vereinigtes Königreich
Stadt New Forest