Pirès: Padel-Fußballgefühl bei 4PADEL Cup Paris
Robert Pirès gehört zu den bekanntesten französischen Fußballern seiner Generation. Der ehemalige Arsenal-Profi und Weltmeister von 1998 ist in Paris zur 4PADEL Football Cup angetreten und hat erneut gezeigt, dass Padel längst mehr ist als ein Nebenhobby. An der Seite von Grégory Sertic spielte er für das Team Marseille, sprach über seine frühe Entdeckung der Sportart, die rasante Entwicklung in Frankreich und die besondere Chemie mit seinem Partner auf der Piste.
Padel bei Canal+ und die Idee eines internen Turniers
Bevor Pirès auf sein eigenes Spiel zu sprechen kam, lenkte er den Blick auf die wachsende Padel-Begeisterung innerhalb der Redaktion von Canal+. Mehrere Consultants der Sendung haben sich der Disziplin angenommen, auch wenn nicht jeder schon gegeneinander angetreten ist. Als natürlicher Rivale nannte Pirès zunächst seinen Partner des Tages: Grégory Sertic. «Seit einiger Zeit bilden wir ein kleines Duo und spielen einige Turniere. Heute ermöglicht uns das, hier in Paris zu sein», erklärte er.
Pirès erwähnte auch andere Canal+-Kollegen, mit denen er bereits die Piste geteilt hat. Um wirklich zu wissen, wer am stärksten ist, schwebt ihm ein Canal+-Turnier vor: «Das wäre spannend, um herauszufinden, wer wirklich der Beste ist», sagte er.
Erste Begegnung mit Padel 2006 in Spanien
Pirès zählt zu den Fußballern, die Padel sehr früh kennengelernt haben – lange vor dem aktuellen Boom in Frankreich. Seine erste Erfahrung machte er 2006, als er zu Villarreal wechselte. «Ich habe Padel 2006 entdeckt. In dem Moment unterschrieb ich bei Villarreal und lernte eine Disziplin kennen, von der ich nichts wusste», erinnert er sich.
Besonders beeindruckt war er von einem Komplex in seiner Nähe mit 22 Padel-Plätzen – eine Dimension, die damals außergewöhnlich war. Nach dieser ersten Phase legte er die Sportart zunächst etwas beiseite. Seit seinem Umzug nach Ibiza vor sechs Jahren gehört Padel jedoch wieder fest zu seinem Alltag. «Jetzt, wo ich seit sechs Jahren auf Ibiza lebe, spielen wir dort sehr viel. Ich lerne viel dazu und nehme gelegentlich Unterricht bei Spaniern», berichtet Pirès.
Die Rolle von Canal+ beim Padel-Boom in Frankreich
Für Pirès überrascht die Explosion des Padels in Frankreich nicht wirklich. Er ist überzeugt, dass die Medienpräsenz der Disziplin maßgeblich zu ihrer Entwicklung beigetragen hat – vor allem durch Canal+, das internationale Top-Turniere überträgt. «Das Wichtige ist: Wenn die Leute Padel entdecken oder schauen, dann dank Canal+. Canal+ hat die Rechte erworben und überträgt inzwischen alle Turniere, die es weltweit gibt», betont er.
Wenn er die besten Profis auf dem Circuit beobachtet, wird ihm zugleich die Kluft zwischen Amateuren – selbst ehemaligen Spitzensportlern – und den Spezialisten der Disziplin bewusst. «Man kann die besten Spieler anschauen, sie sind einfach außergewöhnlich. Natürlich ist es ihr Beruf, aber wenn man sie live sieht, ist man wirklich weit von ihrem Niveau entfernt», räumt er ein. Diese Differenz mindert den Spaß nicht, sondern stärkt den Wunsch, sich weiter zu verbessern.
Gleichzeitig freut sich Pirès über den Bau neuer Padel-Anlagen in Frankreich. «Es gibt eine gewisse Explosion an Padel-Plätzen in Frankreich, und das ist gut, weil es uns erlaubt, etwas anderes als Fußball zu machen. Es ist eine Disziplin, die ich sehr mag», sagt er.
Fußballähnliche Empfindungen auf dem Court
Als ehemaliger offensiver Mittelfeldspieler findet Pirès auf dem Padel-Court viele Empfindungen wieder, die er vom Fußballplatz kennt. Für ihn gibt es zahlreiche Parallelen: Laufwege, Antizipation, Spielübersicht und schnelle Informationsverarbeitung. «Die Ähnlichkeit zwischen dem Fußballer und dem, was ich heute auf einem Padel-Court spüre, sind die Bewegungen, die Antizipation, manchmal die Übersicht», erklärt er.
Padel verlangt schnelle Reaktionen, das Lesen von Ballflugbahnen und Entscheidungen in Bruchteilen von Sekunden – Fähigkeiten, die viele Ex-Fußballer mitbringen. «Man muss schnell sein, schnell sehen, ziemlich rasch eine Entscheidung treffen. Manchmal geht es um den Moment», sagt Pirès. Auf beweglichen Plätzen, bei intensiven Intervallbelastungen, habe er gelegentlich das Gefühl, wieder auf einem Fußballfeld zu stehen – ein Gedanke, der auch den Titel des Interviews prägt.
Die Partnerschaft mit Grégory Sertic
Bei der 4PADEL Football Cup bildete Pirès mit Grégory Sertic das marseillerische Team. Die Zusammenarbeit funktioniert, weil die Rollen klar verteilt sind. «Mit Greg bilden wir heute das Team Marseille, aber auch das Team Canal+ – das sagen und vertreten wir», betont Pirès. Auf der Piste spielt Sertic links mit einem offensiveren Profil, während Pirès rechts in einer eher defensiven Rolle agiert und häufig den Lob einsetzt.
«Ich stehe rechts, eher in der Defensive. Ich versuche, alles zurückzuspielen. Ich nutze viel eine Waffe namens Lob – etwas, das ich viel gelernt habe und auf Ibiza in Spanien noch weiter lerne», erklärt er. Diese Ergänzung trug dazu bei, dass das Duo das Halbfinale erreichte und schließlich im Finale stand. Dort unterlag die Mannschaft aus Marseille der Lyoner Formation aus Steed Malbranque und Sylvain Wiltord.
Über das Ergebnis hinaus betont Pirès, wie schwierig es ist, den richtigen Partner im Padel zu finden. «Es ist nicht leicht, einen Partner zu finden, mit dem man wirklich zusammenpasst. Zwischen Greg und mir läuft es auf jeden Fall gut», sagt er. Mit seinem Auftritt in Paris bestätigte Robert Pirès, dass Padel für ehemalige Fußballprofis nicht nur Freizeitbeschäftigung ist, sondern ein Wettbewerbsfeld, auf dem Ehrgeiz, Automatismen und Spielspaß weiterhin eine zentrale Rolle spielen.